Eine starke lokale Wirtschaft, lebendige Ortskerne und solide Finanzen sind kein Selbstläufer – sie brauchen klare Ziele, realistische Strategien und verantwortungsvolle Entscheidungen.
Analyse
Starnberg verfügt über eine gewachsene und vielfältige Wirtschaftsstruktur. Leistungsfähige Handwerksbetriebe, engagierte Einzelhändler, Gastronomie, Dienstleister und innovative Unternehmen prägen die Stadt ebenso wie eine hohe Kaufkraft, ein attraktives Umfeld und die Nähe zum Wirtschaftsraum München. Diese Voraussetzungen sichern grundsätzlich eine hohe Standortqualität – sie sind jedoch kein Selbstläufer.
Gleichzeitig steht Starnberg vor strukturellen Herausforderungen. Die begrenzte Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, steigende Kosten, hohe Anforderungen an Energie und Nachhaltigkeit sowie eine angespannte Haushaltslage erfordern eine vorausschauende, realistische Wirtschaftspolitik. Hinzu kommt, dass die überdurchschnittliche Einkommenssituation vieler Bürgerinnen und Bürger nur begrenzt in den städtischen Haushalt zurückfließt. Die Gewerbesteuer bleibt damit eine zentrale, aber schwankungsanfällige Einnahmequelle.
Für die UWG ist klar: Wirtschaftliche Stärke, Lebensqualität und solide Finanzen müssen gemeinsam gedacht werden. Wer den Standort erhalten und weiterentwickeln will, braucht Augenmaß, Prioritätensetzung und den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen – statt kurzfristiger Versprechen.
Ziele
Unser Ziel ist eine starke lokale Wirtschaft, die Arbeitsplätze sichert, regionale Wertschöpfung ermöglicht und Starnberg als lebenswerte Stadt erhält. Handel, Gewerbe, Gastronomie und Tourismus sind dabei keine Gegensätze, sondern ergänzen sich. Lebendige Ortskerne, eine attraktive Innenstadt und funktionierende Stadtteile sind wesentliche Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg und sozialen Zusammenhalt.
Gleichzeitig wollen wir die finanziellen Handlungsspielräume der Stadt sichern und Schritt für Schritt zurückgewinnen. Öffentliche Mittel müssen gezielt eingesetzt werden – für Projekte, die langfristig tragen und nicht nur kurzfristig populär erscheinen. Verantwortungsvoll zu wirtschaften heißt für uns auch, Grenzen anzuerkennen und Investitionen realistisch zu priorisieren.
Strategien
Die UWG setzt auf die Stärkung des bestehenden Einzelhandels und der kleinteiligen Strukturen in der Innenstadt und den Ortsteilen. Vielfalt statt Austauschbarkeit, Qualität statt Beliebigkeit – das ist unser Leitbild. Stadtmarketing, Standortentwicklung und wirtschaftliche Förderung müssen dabei besser verzahnt werden, um Frequenz, Aufenthaltsqualität und Attraktivität nachhaltig zu erhöhen.
Bestehende Gewerbestandorte sollen behutsam, aber konsequent weiterentwickelt werden. Ziel ist es, Starnberger Betrieben langfristige Perspektiven zu bieten und zugleich Raum für innovative Unternehmen zu schaffen. Die Entwicklung des Standorts Schorn verstehen wir als Ergänzung – nicht als Verlagerung auf Kosten gewachsener Strukturen. Flächensparende Bauweisen, landschaftliche Verträglichkeit und energieeffiziente Konzepte sind dabei verbindliche Grundsätze.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der kommunalen Energiewende. Sie ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Aufgabe. Eigene Energieerzeugung, innovative Nutzung vorhandener Infrastruktur und langfristige Kostenstabilität stärken den Standort und entlasten künftige Haushalte.
In der Finanzpolitik steht die UWG für Nüchternheit, Transparenz und Verantwortung. Wahlkampf darf kein Wettbewerb um das teuerste Versprechen sein. Wir setzen auf solide Haushaltsführung, realistische Planung und eine Politik, die auch dann glaubwürdig bleibt, wenn Entscheidungen nicht populär sind. Nur so bleibt Starnberg wirtschaftlich handlungsfähig – heute und für kommende Generationen.